Was kostet ein Brötchen und was kostet der Parkplatz davor?

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Was kostet ein Brötchen und was kostet der Parkplatz davor?

Neulich habe ich in einem Reel auf eine Aussage des CDU-Oberbürgermeisterkandidaten reagiert: Vor dem Bäcker zu parken koste inzwischen mehr als das Brötchen selbst.

Das klingt erst einmal zugespitzt, ist aber vor allem eines: eine ziemlich merkwürdige Vorstellung davon, wie wir unsere Stadt organisieren.

Denn die entscheidende Frage ist nicht nur, was das Parken kostet. Sondern auch: Brauche ich für den Weg zum Bäcker überhaupt ein Auto?

188 Bäckereien für Braunschweig

Ich habe deshalb einmal nachgeschaut.

Karte der Bäckerein in Braunschweig und ihre Abdeckung

In Braunschweig gibt es 188 Bäckereien. Und für rund 60 Prozent der Wohngebäude ist eine Bäckerei in weniger als acht Minuten zu Fuß erreichbar.

Glaubt ihr nicht?

Seht selbst: broetchen.jenskrumsieck.de

Auf der kleinen Webseite könnt ihr eure Adresse eingeben und sehen, welche Bäckereien in der Nähe liegen und wie weit der Weg ist.

Warum ausgerechnet Brötchen?

Weil der Weg zum Bäcker ein ziemlich gutes Beispiel für unsere alltägliche Mobilität ist.

Morgens kurz Brötchen holen. Häufig sind das nur ein paar hundert Meter. Eine Strecke, die man problemlos zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen kann.

Und genau hier kommt die Diskussion über Parkgebühren ins Spiel.

Ein Parkplatz ist schließlich nicht einfach nur eine Fläche, auf der zufällig ein Auto steht. Er ist öffentlicher Raum und davon haben wir in einer Stadt nicht unendlich viel.

Wenn wir diesen Raum zum Abstellen von Autos nutzen, können wir ihn nicht gleichzeitig für andere Dinge nutzen: für breitere Gehwege, Radwege, Bäume, Sitzgelegenheiten, Außengastronomie oder einfach mehr Platz zum Aufenthalt.

Parken ist nicht kostenlos

Auch wenn am Straßenrand kein Parkscheinautomat steht, bedeutet das nicht, dass der Parkplatz kostenlos ist.

Die Fläche hat einen Wert. Die Stadt muss Straßen bauen, beleuchten, reinigen und instand halten. Gleichzeitig konkurriert jeder Parkplatz mit anderen möglichen Nutzungen.

Deshalb finde ich es völlig legitim, darüber zu diskutieren, wie viel uns das Parken im öffentlichen Raum wert sein sollte.

Und wenn man sich Braunschweig im Vergleich zu anderen Großstädten anschaut, wird schnell klar: Bei den Parkgebühren sind wir keineswegs besonders teuer.

Parkgebührenliste in Braunschweig

Laut dem Park-Preis-Index von LeasingMarkt.de gehört Braunschweig zu den vier günstigsten Großstädten Deutschlands, was die Parkkosten angeht.

Und die Allianz sah Braunschweig 2024 sogar auf Platz 8 der Großstädte mit den meisten „kostenlosen“ Parkplätzen.

Die Debatte über Parkgebühren kann man also führen. Aber dann sollten wir sie bitte auch ehrlich führen: Es geht nicht darum, ob ein Parkplatz vor dem Bäcker teurer ist als ein Brötchen.

Es geht darum, wie wir den begrenzten öffentlichen Raum unserer Stadt verteilen wollen.

Und vielleicht ist die überraschendste Erkenntnis dabei ganz banal:

Für viele von uns ist der Bäcker näher, als wir denken.

🥐 Finde deinen nächsten Bäcker: broetchen.jenskrumsieck.de

Und hier geht's zum Reel: Instagram

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